Das Streben nach transnationaler Gerechtigkeit

How to struggle together?
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Workshop mit Adama Dicko, Camila Schmida Iglesias und Laura Grossmann

Die Workshops sind vorbei. Vielen Dank an alle, die dabei waren, und an die Moderatoren! Hier findest du ein paar Inspirationen, eine Aufzeichnung des Online-Workshops und ein paar Einblicke.

Inhalt Kurzbeschreibung

Angesichts anhaltender Krisen und einer zunehmenden Belastung der weltweiten Ressourcen wird die Ausbeutung bestimmter Länder durch andere weiter zunehmen. In diesem Klima ist es wichtig, unsere Fähigkeiten zu stärken, gemeinsam für transnationale Gerechtigkeit zu kämpfen. Dieser Workshop versucht, einige Facetten dieses Strebens zu beleuchten. Basierend auf Erkenntnissen aus einigen Erfahrungsberichten werden wir untersuchen, welche Fähigkeiten wir brauchen, um einander besser zu verstehen und gemeinsam für Gerechtigkeit zu kämpfen: Wie können wir die Sichtweise des anderen verstehen? Wie können wir kulturelle und sprachliche Barrieren überwinden und trotz unserer Unterschiede zusammenhalten?

Workshop-Tagebuch

Die Präsentation mit dem Workshop-Zeitplan, den Methoden und Hintergrundinfos sowie inspirierenden Bildern und Einblicken findest du unter folgendem Link: https://skills4crisis.org/wp-content/uploads/2025/08/Skills4Crisis_WS_TransnationalJustice.pdf

Begrüßung und Vorstellungsrunde

Der Workshop startete mit einer ausführlichen Vorstellungsrunde. Sowohl die Moderatoren als auch die Teilnehmer erzählten was über ihren Hintergrund und ihre bisherigen Kenntnisse/Fragen zum Thema. Danach haben wir ausführlich über das gesamte Skills4Crisis-Projekt informiert. Wir haben Definitionen von Zusammenbruch, Krise, Katastrophe und Vulnerabilität geteilt. Danach gab’s eine lebhafte Diskussion.

Verständnis von Vulnerabilität

Vulnerabilität bedeutet normalerweise, dass eine Gruppe von Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit von einer Krise oder Katastrophe betroffen ist. Es heißt aber nicht, dass die Gruppe definitiv betroffen sein wird. Die Teilnehmer haben darüber gesprochen, wie das eigene Bewusstsein für Vulnerabilität schon jetzt das Leben beeinflusst und ob es diese Vulnerabilität vielleicht sogar noch verstärkt.

Stimmen aus der Praxis: Sahel und Kuba

Auf diese theoretische Grundlage folgten Berichte aus erster Hand über die Situation in der Sahelzone und in Kuba. Mit welchen Krisen sind die Menschen in den jeweiligen Regionen konfrontiert, wie werden sie bekämpft und was können wir – als aktive Zivilgesellschaft – aus diesen Kämpfen lernen? Ein entscheidender Punkt in beiden Berichten waren die unterschiedlichen Wahrnehmungen der dort lebenden Menschen, der (westlichen) Medien und der jeweiligen Diaspora-Gemeinschaften. Letztere unterscheiden sich wiederum oft zwischen Europa und den USA, je nach lokalem politischen Kontext und den Migrationsbedingungen.

Auf dem Weg zur kollektiven Befreiung

Am Ende haben wir uns gefragt, wie wir uns besser verstehen, wahrnehmen und für die kollektive Befreiung zusammenarbeiten können. Wir haben zwar nicht DIE Antwort gefunden, waren uns aber einig, dass mehr Zeit miteinander, mehr Gespräche und mehr Verbindung ein unvermeidlicher erster und wichtiger Schritt sind.

Im Sinne dieser Erkenntnis verbrachten wir den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen aus Westafrika und einem Mitmachkonzert von Adama Dicko Sahel Melodies mit Elso Elso aus Burkina Faso.

Aha-Momente

Wir als Aktivist*innen und Organisator*innen in Europa müssen starke Verbindungen zu verschiedenen Diaspora-Gemeinschaften aufbauen. Sie kennen ihre jeweiligen lokalen Kontexte und können uns helfen, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Die Vorbereitung eines Workshops zum Thema Transnationalismus in einem transnationalen Team ist bereits eine Übung in transnationaler Zusammenarbeit.

Skillshare: Methode zur Selbstreflexion: „Der Bus in uns“

Du kannst eine PDF-Datei mit dem Leitfaden in englischer Sprache herunterladen, indem du auf den folgenden Link klickst: https://skills4crisis.org/wp-content/uploads/2025/08/Method-for-Self-Reflexion-the-Bus-in-Us.pdf

Hintergrund

  • Eine Methode, die von Vanessa Machado de Oliveira und dem „Gesturing Towards Decolonial Futures Collective” entwickelt wurde.
  • Zu finden im Buch: Hospicing Modernity. Ein Buch, das auf indigenem Wissen basiert und speziell für Menschen geschrieben wurde, die sich in weniger intensiven Kämpfen befinden.
  • Basiert auf nicht-westlichen und nicht-anthropozentrischen Formen der Psychoanalyse.
  • In der kapitalistischen Moderne, in der wir leben, wird uns beigebracht, rational zu sein, unsere Emotionen und unseren Körper immer zu kontrollieren und einen „objektiven” Blick auf die Welt zu haben.
  • Das beeinträchtigt unsere Fähigkeit, mit Unsicherheit, Pluralität und dem Unbekannten umzugehen.

Wozu?

  • Die Übung hilft uns, uns von dem Bedürfnis nach Kohärenz, Klarheit und Einfachheit in uns selbst zu lösen.
  • Wir üben, mit Komplexität, Widersprüchen und Mehrdeutigkeiten in uns selbst umzugehen.
  • Eine Einstellung, die wir auch im Umgang mit der Welt brauchen.

Wie funktioniert es?

  • Der Bus ist wie dein Inneres
  • Es gibt eine*n Fahrer*in und viele Fahrgäste
  • Die Fahrgäste stehen für Ereignisse, die dein Leben geprägt haben, wie zum Beispiel ungelöste Traumata, Kindheitserlebnisse, wichtige Menschen usw.
  • Jede*r hat zu einem bestimmten Thema eine Meinung.
  • Einige Passagiere sitzen vorne und sind laut und bekannt; andere sitzen in der Mitte und sind nur bei bestimmten Gelegenheiten zu hören; und dann gibt es noch diejenigen, die hinten sitzen und der*m Fahrer*in vielleicht sogar unbekannt sind.

Los geht´s!

  • Denk über __________________ nach (das Thema, das du erkunden möchtest).
  • Schau dir deinen Bus an. Wie sieht er aus?
  • Wenn du willst, kannst du ihn zeichnen.
  • Wer fährt den Bus?
  • Kennst du die Fahrgäste? Was sagen sie?
  • Konzentriere dich auf drei verschiedene Fahrgäste mit unterschiedlichen Reaktionen. Zeichne sie, wenn du möchtest.
  • Setz dich neben sie und finde heraus, was sie sagen und fühlen.

Workshop online – Aufnahme


Wir haben die Eingabe aufgenommen und auf Youtube veröffentlicht. Der Inhalt ist auf Englisch. Auf Youtube kannst du englische Untertitel auswählen, indem du auf das Symbol unten mit der Aufschrift „CC“ klickst.


Workshop-Konzept für deine Gruppe(n)

Aus den Erfahrungen und Inhalten des Online- und Offline-Workshops haben wir ein Workshop-Konzept erstellt, das wir mit dir und deinen Gruppen teilen möchten. Es enthält Methoden und Vorschläge für Zeitfenster und Pausen.

Bitte sag uns, woher du es hast, schick uns gerne Feedback oder nimm deine eigenen Änderungen vor. Es gibt eine kurze und eine längere Version. Du findest sie im Bereich „Ressourcen“ oder durch einen Klick auf den folgenden Link: https://skills4crisis.org/resource/fighting-transnational-justice-how-to-struggle-together/Unterhalb des PDF-Readers findest du den Button zum Herunterladen der PDF-Datei.

Fighting for Transnational Justice: How to struggle together? – 6 Stunden (ENG)

Fighting for Transnational Justice: How to struggle together? – 3 Stunden (ENG)

Workshopgebende

Adama Dicko

Adama Dicko ist ein Musiker aus Burkina Faso, im Herzen der Sahelzone Westafrikas. Heute lebt und arbeitet er in Österreich. In seiner Musik lässt er den Geist und die Rhythmen seiner Heimat einfließen und erreicht damit ein Publikum weit über seine Wurzeln hinaus.

Adama Dicko playing the N`Goni.

Auf seinen Reisen durch Westafrika entwickelte er einen einzigartigen Musikstil, der Blues und Reggae verbindet und einen zugleich gefühlvollen und zutiefst persönlichen Sound kreiert. In seinen Liedern erzählt Adama Geschichten seiner Reise – er fängt die Landschaften ein, die er durchquerte, die Menschen, denen er begegnete, und die Lebenserfahrungen, die seine Kunst bis heute inspirieren.

Camila Schmid Iglesias

Camila Schmid Iglesias engagiert sich als Aktivistin, politische Bildnerin, Medienmacherin und Wissenschaftlerin mit Fokus auf Anti-Rassismus, Feminismus, Intersektionalität, Dekolonialität, Soziale Bewegungen, Diaspora und Kuba. Sie schreibt Texte, hält Vorträge, moderiert Workshops und begleitet diskriminierungskritische Prozesse sowohl Online (@camelanin auf IG) als auch Offline bei u.a. Re-Define Racism und D!SRUPT Verein.

Camila Schmid, photographed on September 13, 2024, at the RAW Gelände in Berlin, Germany

Laura Grossmann


ist Aktivistin für Antifaschismus und Klimagerechtigkeit. Mit dem Vereins „Humus – Nährboden für Veränderung“ bietet sie Trainings, Moderation und Beratung für politische Gruppen an. Ihr Fokus liegt dabei auf Gruppenprozessen, -strukturen und -dynamik. Neben ihrem politischen Engagement arbeitet sie als Organisationsentwicklerin und im Bildungsbereich. Sie wuchs in Österreich auf und lebte, arbeitete und studierte in Wien, sowie in Großbritannien und Madagaskar.

Über das Projekt

Das Projekt „Skills for Crisis“ erkennt an, dass ökologische Kipppunkte, sozialer Zusammenbruch und Poly-krisen bereits erreicht sind. Die Welt, wie wir sie kennen, geht ihrem Ende entgegen. Wenn wir uns auf diesen Gedanken einlassen, werden wir als Individuen, aber auch als Gemeinschaften mit Fragen, Gefühlen und Prozessen konfrontiert, die uns zwingen, unser gewohntes Terrain des „Lösens“ und „Rettens“ zu verlassen.

Gemeinsam wollen wir erforschen, was zivilgesellschaftliche Organisationen, unsere Gemeinschaften und sozialen Bewegungen brauchen, um solidarisch auf Krisen zu reagieren. Wir wollen aus der Vergangenheit lernen, Heilung in der Gegenwart unterstützen und die Art und Weise, wie wir in die Zukunft gehen, gestalten.

Ein Jahr lang werden wir vorhandenes Wissen und Praktiken zum Thema Krisen sammeln und diskutieren und Workshops auf der Grundlage von fünf Themenfeldern entwickeln. Unsere Themenfelder nennen wir „Streams of Thoughts“ (Gedankenströme).

Stream of Thought

Zeichnung von Fine / Educat Kollektiv.

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Stream of Thoughts

There is a whole universe of thoughts and topics coming up, when we think about facing multiple crises and collapse. We start our journey with those five streams. And see where they take us…

Solidarität im Angesicht von Klimakatastrophen

Mutual aid as an antidote
Dates: already in the past
Place: Innsbruck

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Zivilgesellschaft stärken: Mutual Aid (Gegenseitige Hilfe)

Mutual Aid with Dean Spade and Anti War Hub
Dates: already in the past
Place: Berlin, Neukölln

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Den Weg verstehen

„Good Practice” und besseres Verständnis für die Erfahrungen von Menschen auf der Flucht
Dates: liegt in der Vergangenheit
Place: Poznan

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Online Gespräch – Krisen als ein Instrument der Herrschaft

Video-Aufzeichnung und Transkripte
Dates: liegt in der Vergangenheit
Place: online

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An abstract and colorful background with mountains, clouds and a read and yellow sky. In front the Logo, Skills for Crisis written in black color on a blue dot.